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Nachrichten aus der archäologischen Forschung

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Tübingen

Foto: RTF.1
Archäologische Zeitreise auf dem Schloss

Von der Steinzeit zu den Kelten und den Römern, über das Mittelalter bis in die Neuzeit - im Museum der Universität Tübingen sollen demnächst Jahrhunderte der Geschichte lebendig werden. Die verschiedenen Epochen werden dabei von Darstellern präsentiert, die sich bei ihrer Darbietung möglichst nah an der historischen Wahrheit orientieren sollen.

Noch ist es auf dem Tübinger Schloss verhältnismäßig ruhig – doch das soll sich am kommenden Wochenende ändern. Denn dann werden sich dort Menschen mit Schwertern, Helmen und Rüstungen tummeln. Die Darsteller sollen am „Tag der lebendigen Geschichte" zeigen, wie das Leben in verschiedenen geschichtlichen Epochen abgelaufen ist.

"Von der Steinzeit über das Mittelalter bis in das 18. Jahrhundert hinein. Wir werden alle möglichen Bereiche des alltäglichen Lebens präsentieren, also Handwerk, Alltagskultur, Essen und Trinken, Kleidung und auch Kriegsausrüstung" sagte Michael Kienzle von der Abteilung für Archäologie des Mittelalters der Uni Tübingen.

Das Event organisiert hat das Museum der Uni Tübingen zusammen mit den Instituten für Ur- und Frühgeschichte und der Archäologie des Mittelalters. Auch externe Archäologen waren am Projekt beteiligt. Die Idee für die Veranstaltung war aus einem ganz bestimmten Grund entstanden.

"Wir haben uns seit längerer Zeit überlegt, dass wir hier immer wieder diese historisierenden Feste haben, die sogenannten Mittelaltermärkte die überall entstehen und aus dem Boden sprießen, bei denen man immer ganz viel sieht, nur meistens kein Mittelalter. Wir haben dann gesagt, in einer Stadt die voller Archäologen und Historiker sitzt, können wir das eigentlich besser" so Kienzle weiter.

Und die vorhandenen Ausstellungsstücke wie Helme und Schwerter will man deshalb nicht nur zeigen, sondern auch in Aktion präsentieren.

"Wenn wir dann noch experimentelle Archäologie mit hinein nehmen, also Re-Inactment-Gruppen, können wir den Umgang mit diesen Objekten tatsächlich noch aktiver präsentieren und vor allen Dingen etwas herunterbrechen" ergänzte der Direktor des Museums, Prof. Ernst Seidl.

So könne man die einzelnen Epochen einerseits realitätsnah abbilden, andererseits aber auch für alle greifbar machen.

"Wir können auch Kinder begeistern oder faszinieren, damit sie Interesse an der lebendigen Geschichte, die wir hier präsentieren, entwickeln" so Seidl weiter.

Das Programm befasst sich dabei mit ganz unterschiedlichen Bereichen des Lebens. Angefangen beim Handwerk und der sich wandelnden Mode im Lauf der Zeit bis hin zur Fechtkunst und der Rüstung.

Die verschiedenen Stationen erstrecken sich über das gesamte Schlossareal. Angefangen beim unteren Tor, über den Innenhof bis hinein in die Räumlichkeiten des Museums.

Über das gesamte nächste Wochenende werden die Fundstücke und die Darsteller im Schloss zu sehen sein. Am 6. Mai von 10 bis 20 Uhr, am Tag darauf von 10 bis 17 Uhr.


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