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Erkenbrechtsweiler

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Kelten statt Halloween-Grusel: Keltentag am Heidengrabenzentrum

Kelten statt Halloween-Grusel. Unter diesem Motto hat das Heidengrabenzentrum am Samstag zum Keltentag eingeladen. Zwar kommt Halloween als Samhain-Fest ursprünglich aus der keltischen Kultur, die Kelten auf der Schwäbischen Alb haben es aber nicht gefeiert. Wer sich dafür interessiert, wie die alten Kelten gelebt haben, wie sie gekämpft und was sie gegessen haben, der war beim Keltentag richtig.

Helmut Fischer von der Keltengruppe Riusiava zeigte, wie der Zweikampf zwischen Keltenkriegern wirklich aussah, nämlich viel kürzer als ein Kampf in einem Hollywood-Film. Nach drei bis vier Sekunden war er schon vorbei. Helmut Fischer: "Es war nicht rumspringen auf dem Tisch und umfallen und wieder hochspringen und Schläge abbekommen und wieder am Leben weitermachen, sie waren kurz, manchmal sehr schmerzvoll und ja, die Leute waren halt da zum Töten."

Und auch das Bild von den ständig Wildschwein verputzenden Galliern hat die Keltengruppe zurechtgerückt. Auf dem Speiseplan standen nämlich hauptsächlich Getreide und Gemüse. "Nicht so viel Fleisch. Unter Fleisch waren Hühner auf dem Speiseplan, es sind sehr viele Hühnerknochen gefunden worden, viel mehr, als was Ssie gedacht haben, also das Bild, dass sie jeden Tag Wildschwein gegessen haben und große Fleischbuffets, ist nicht so", so Helmut Fischer.

Was dagegen zum Alltag der Kelten dazu gehörte, war das Seilmachen. Seile brauchte man zum Beispiel, um Pferde festzubinden. Und da dafür fünf Personen benötigt wurden, mussten hier auch Besucher ran. 

Der Keltentag am Heidengrabenzentrum verzichtete bewusst auf jede Art von Halloween-Grusel, denn das Samhain-Fest gab es bei den Festlandkelten wie zum Beispiel am Heidengraben gar nicht. Tanja Breitenbücher, Leiterin der Geschäftsstelle Heidengrabenzentrum: "Halloween ist ja eigentlich stammt aus der irisch-keltischen Kultur, die irisch-keltische Kultur hat sich erst lang, lang nach dem Ende des Heidengrabens und eigentlich, als die Festlandkelten schon längst nicht mehr als prägende Kultur hier vor Ort waren, etabliert, so dass wir gerne oft sagen: Es ist ein keltisches Fest, womit man auch Recht hat, es ist nur einfach nicht ein keltisches Fest des europäischen Kontinents."

Ganz verzichten wollte man auf die mythische Welt der Inselkelten trotzdem nicht, und so las eine Märchenerzählerin in der Ausstellung den Kindern Geschichten von der Insel vor. Tanja Breitenbücher: "Die Kelten sind deswegen auch so mysteriös und brauchen viel archäologische Aufarbeitung, weil wir die Kelten einfach sehr schlecht aus Quellen kennen. Wir haben nur fremde Quellen, den Blick von Römern und von Griechen, deswegen müssen wir uns auch ein bisschen der Inselkultur bedienen, es ist immer ein Blick zurück, ein Blick voraus, und irgendwo dazwischen liegt die Wahrheit,"

Und wer den Keltentag verpasst hat, der findet im Heidengrabenzentrum das ganze Jahr über von Donnerstag bis Sonntag Informationen und Einblicke in den Alltag der Kelten.


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